Projekt Hof Litzibuch
Neuer Kurs auf einem alten Hof

Bereits im 14. Jahrhundert wird Litzibuch im Zusammenhang mit den Zehntenpflichten als grosser Landwirtschaftsbetrieb erwähnt. Nach einer wechselvollen Geschichte, die eng mit den grösseren Klöstern in der Umgebung sowie der Stadt Bremgarten verknüpft war, wird der Hof 1968 von der Stadtzürcher Familie Hürlimann-Landolt als Landsitz erworben und als Gutsbetrieb bewirtschaftet. 1991 wird die Landwirtschaft auf biologisch-organische Wirtschaftsweise umgestellt und 1997 durch eine Pferdepension erweitert.

Im Frühling 2000 verpachten die Besitzer den Hof. Den Zuschlag erhält eine Familie mit einem Betriebskonzept, das biologische Produktion, landschaftlich-ökologische Aufwertung, agrarökologische Forschung und Pädagogik miteinander verbindet. Sie schliesst sich für ein gemeinsames Projekt mit zwei weiteren Familien zusammen, deren eine bereits auf dem Hof tätig ist. So kommt ein breites Erfahrungsspektrum zusammen zwischen Landwirtschaft und Wissenschaft, zwischen Planung und Praxis, zwischen Pädagogik und Therapie, zwischen Idealismus und Realismus. Ihr gemeinsames Anliegen gilt einer Landwirtschaft, welche trotz der immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen neue Lebensqualität schafft für den Menschen und die Natur.
Projektbereiche

Landwirtschaft Forschung Pferdehaltung und Pädagogik Ferienangebot
- Wirtschaftlich tragfähige biologische Landwirtschaft

- Ökologische und landschaftliche Aufwertung als Betriebszweig

- Entwicklung, Erforschung und modellhafte Umsetzung von Leistungen zugunsten der Artenvielfalt und Landschaftsqualität in Einklang mit ökonomischen und agronomischen Anforderungen - Freilaufhaltung von Pensionspferden

- Angebote von Reitkursen und Pädagogik
- Ferienangebot für Familien im kleinen Chalet auf dem Hof
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Leitbild

Basis für das Projekt Litzibuch erstellten die beteiligten Familien nach der Betriebsübernahme zusammen mit der Verpächterfamilie ein Leitbild für den Hof. Darin ist u.a. folgendes festgehalten:

Unser Ziel ist eine landwirtschaftliche Produktion, welche die ökonomischen wie ökologischen Potentiale des Betriebes Litzibuch, die mit dem Bio-Landbau sowie mit den besonderen, guten Standorts- und Vermarktungsbedingungen auf Litzibuch verbunden sind, konsequent entwickelt.

Auf der Basis der selbstverständlichen Umsetzung der biologischen Produktionsgrundsätze haben folgende Ziele eine besondere Bedeutung:

  • Produktion von qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln
  • Gesundheit der Pflanzen und Tiere primär durch das Schaffen geeigneter Entwicklungsbedingungen und erst sekundär durch Pflegemassnahmen oder Symptombekämpfung fördern
  • Ein gutes landwirtschaftliches Einkommen
  • Artenvielfalt sowohl der Wild- wie der Kulturorganismen bewahren und gezielt fördern durch:
  • Konsequente ökologische und landschaftliche Aufwertung der Hofareals, der landwirtschaftlichen Nutzflächen und des Waldes im Rahmen einer technisch und ökonomisch nachhaltigen Realisierbarkeit
  • Haltung bzw. Anbau seltener, vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzen-Arten (Zusammenarbeit mit Pro Specie Rara)
  • Prinzip der abgestuften Bewirtschaftungsintensität im Futterbau konsequent verwirklichen
  • Gezieltes Ausnutzen von Synergien zwischen Struktur- und Artenvielfalt einerseits und landwirtschaftlicher Produktivität andererseits
  • Multifunktionalität der Elemente der Landschaft einbeziehen, und zwar sowohl innerhalb der landwirtschaftlichen Produktion als auch zwischen Produktion, landschaftsökologischen Zusammenhängen und der Landschaftsästhetik.
  • Grenzen zwischen Wald und Feld auflockern und Wald vermehrt auch als Teil der landwirtschaftlichen Produktion und gleichzeitig im Einklang mit landschaftlichen und biologischen Ziele gemäss einem zu erstellenden "Leitbild Wald" nutzen
  • Aufbau stabiler Absatzkanäle mit nahen Kundenkontakten, welche die besonderen Marktchancen biologischer Spezialprodukte in Stadtnähe nutzt
  • Schrittweise, die betrieblichen Möglichkeiten berücksichtigende Einführung von Neuerungen
  • Eine auch energetische Aspekte optimierende Kreislaufwirtschaft, u.a. mit weitgehendem Einsatz regenerierbarer Energieträger und Reduktion des Energieaufwandes bei der Bewirtschaftung (Pferdeeinsatz, Pfluglose Ansaatverfahren).


Leitlinien für die interne Zusammenarbeit der Bewirtschafter sind Transparenz, gegenseitige Unterstützung, Effektivität, Professionalität der durchgeführten Arbeiten, Flexibilität der Entscheidungsabläufe, Verbindlichkeit gegenüber Verpfichtungen/Abmachungen sowie Selbstverantwortung.